Hat dein Funkgerät DSC, drück zuerst die rote Distress-Taste. Dann auf UKW-Kanal 16, mit voller Leistung: dreimal MAYDAY, dreimal den Namen deines Schiffs, dann Position, Art des Notfalls, Personen an Bord und benötigte Hilfe – dann „OVER“, und zuhören. Kein Funkgerät? Ruf die 112 (Europa) an und sag dasselbe in derselben Reihenfolge. So setzt du den Notruf auf See richtig ab.
Dann die Sprechtaste loslassen und zuhören. Antwortet innerhalb etwa einer Minute niemand, wiederholen. Das ist die internationale Struktur aus dem UKW-/SRC-Kurs – die Reihenfolge zählt, weil die Seenotleitungen in genau dieser Reihenfolge mitschreiben.
Es gibt zwei Rufe, damit über den Notrufkanal nur echte Notfälle laufen. Den richtigen zu wählen ist keine Höflichkeit – es entscheidet, wie jede Station reagiert, die dich hört.
Ernste und unmittelbare Gefahr für ein Schiff oder ein Menschenleben – Sinken, Feuer, Person über Bord, schwere Verletzung.
Wer ihn hört, muss den Funkverkehr einstellen und, wenn möglich, helfen. Ein falscher MAYDAY ist in den meisten Ländern strafbar.
Dringend, aber keine unmittelbare Lebensgefahr – Motorausfall im Fahrwasser, ein treibendes Boot, ein medizinisches Problem, das nicht kritisch ist.
Gleiche Struktur, nur dreimal „PAN-PAN“. Ist niemand in Gefahr und du brauchst nur einen Schlepp, lies MAYDAY oder Schlepphilfe?
Die meisten kleinen Boote – Jollen, Jetskis, SUPs – haben gar kein UKW an Bord. Ruf die 112 (Europa) oder die nationale Notrufnummer an, sag, dass du auf dem Wasser bist, und nenne dieselben Punkte in derselben Reihenfolge: wer du bist, wo du bist, was los ist, wie viele Personen. Unter Stress ist die Position das Schwierigste – lies Breite und Länge direkt aus einer GPS-App ab, statt die Landschaft zu beschreiben.
Ruf wenn möglich direkt die zuständige Seenotleitung an statt der allgemeinen Nummer – das spart eine Weiterleitung. In Deutschland erreichst du die Seenotleitung Bremen aus dem deutschen Mobilfunknetz auch über 124 124. Die Nummern für die Ostsee stehen in unserer Liste der Notrufnummern.
Per Telefon wählt die App die zuständige Seenotleitung und zeigt einen Leitfaden in sechs Schritten, was du sagen sollst – deine Position in Worten ausgeschrieben – in der Sprache der Seenotleitung oder auf Englisch. Im Funkmodus zeigt sie dieses MAYDAY-Formular, ausgefüllt mit Schiffsname, Rufzeichen im NATO-Alphabet, MMSI und Live-Position, dazu Hinweise zu DSC und PAN-PAN. Sie ersetzt weder das Funkgerät noch die Ausbildung; sie ersetzt das Erinnern-Müssen. So funktioniert es →